Buckower Aufruf

Bundeswandertage 2015 mit Toni Hofreiter
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Die EU-Kommission beabsichtigt, das europäische Schutzgebietsnetz NATURA-2000 mit einem sogenannten Fitness-Check zu schleifen. Mit diesem Prüfverfahren setzt sie ihr Rückgrat für den Artenschutz aufs Spiel, denn die FFH- und Vogelschutzgebiete sind einzigartige Rückzugsräume und Trittsteine bedrohter Tiere und Pflanzen. Die drohende Abrissbirne für den Naturschutz ist besonders dramatisch vor dem Hintergrund des weiteren Artenschwunds. Der jüngste Artenschutzbericht des Bundesamtes für Naturschutz (Mai 2015) hat erneut vor Augen geführt, dass immer mehr Vertreter der Flora und Fauna bestandsgefährdet sind. Die Roten Listen in Deutschland werden pausenlos länger.

Die EU-Kommission riskiert auch, Entwicklungspotenziale für Regionen und Kommunen preiszugeben. Denn die europäischen Schutzgebiete sind einzigartige Schatzkammern für naturnahe Freizeitgestaltung und Erholung. Diese besonderen Naturräume prägen die jeweilige lokale Identität und machen sie unverwechselbar.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 36. Bundeswandertage der NaturFreunde Deutschlands können sich im Naturpark Märkische Schweiz davon überzeugen, dass anspruchsvoller Naturschutz und naturnaher Tourismus zusammengehören und sich gegenseitig bedingen. Der NaturaTrail "Durch die Schluchten und Kehlen der Märkischen Schweiz" beweist, dass NaturFreunde-Wege in europäischen Schutzgebieten besucherfreundlich, naturverträglich uns spannend zugleich sind.

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich vor ihre europäischen Schutzgebiete zu stellen. Damit die Schatzkammern der Natur nicht für neoliberale Politik verramscht und unsere NaturaTrails nicht zu belanglosen Wegen degradiert werden. Wir brauchen frischen Wind für den Naturschutz, keine Abrissbirne.

Buckow (Märkische Schweiz), 1. Juni 2015
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 36. Bundeswandertage der NaturFreunde Deutschlands