Protest gegen neues Atommülllager in Gronau

NaturFreunde Hamm-Werries, Verd.i Bezirk Hamm-Unna und DGB Stadtverband Hamm haben ein gemeinsames Ziel

Urananreicherungsanlage Gronau ist die bundesweit einzige und kann jedes 10. AKW weltweit mit Uranbrennstoff beliefern. Die Urananreicherung in Gronau ist genau wie die Brennelementefertigung in Lingen vom Atomausstieg bislang komplett ausgenommen und darf zeitlich unbefristet weiterarbeiten. Die verwendete Zentrifugentechnologie gilt zugleich als der einfachste Weg zur Atombombe und ist deshalb auch militärisch äußerst brisant. In Gronau fallen jedes Jahr zudem rund 6000 t abgereichertes Uran als Atommüll an. 2016 soll dafür in Gronau ein neues Atommülllager für 60 000 t Uranoxid in Betrieb gehen - ebenfalls ohne zeitliche Lagerbegrenzung.

Dagegen regt sich seit Jahren entschiedener Protest, weil die sichere Entsorgung völlig ungeklärt ist und deshalb die Entstehung eines oberirdischen Endlagers zu befürchten ist. Die Betreiberfirma der Urananreicherungsanlage Gronau, die Firma Urenco, besitzt weitere Urananreicherungsanlagen in den Niederlanden, Großbritannien und den USA. Bis 2011 belieferte Urenco auch den Fukushima-Betreiber Tepco.

Gerade vor dem Hintergrund, dass sich in diesem Jahr am 26.04.2016 zum 30. mal die Atomkatastrophe von Tschernobyl jährt und 2011 die Katastrophe von Fukushima für Tod und Leid von Hunderttausenden verantwortlich ist, wird deutlich, wie unbeherrschbar die Atomkraft für den Menschen ist. Wer weiterhin auf Atomkraft setzt, muss Fukushima und Tschernobyl vergessen und das Atomrisiko vergessen.

Vor diesem Hintergrund rufen die NaturFreunde Ortsgruppe Hamm-Werries e.V. sowie Verdi Bezirk Hamm-Unna und der DGB Stadtverband Hamm alle Mandatsträger und politischen Verantwortlichen auf, sich aktiv für die Schließung der Uranaufbereitungsanlage in Gronau einzusetzen. Der Beschluss des Atomausstieges in Deutschland würde mit einer Fortführung der Anlage konterkariert.

Udo Gonsirowski, NaturFreunde Hamm-Werries
Dieser Artikel erschien zuerst in der Mitgliederinformation der NaturFreunde NRW in der NATURFREUNDiN 3-2016.