Reisebericht: Berlin, Usedom und Spreewald

Ein Bericht von Klaus Schweinfurth, NaturFreunde Wiesloch

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Mit gut gelaunten 42 Teilnehmer*innen an Bord startete der Bus am Morgen des 30. Augusts in Richtung Berlin und erreichte gegen Abend im inzwischen einsetzen Regen das ca. 35 Kilometer nördlich am gleichnamigen See liegende Naturfreundehaus Üdersee.

Von hier startete man am nächsten Tag zunächst zur Besichtigung des Bundestags nach Berlin. Die Informationen während der Führung waren hochinteressant, so auch, dass Herbert Wehner, als Polterer bekannt, damals die meisten Ordnungsrufe seitens des Präsidiums, erhalten habe.

Danach ging es, bei herrlichem Sonnenschein, mit einer dreieinhalbstündigen Schifffahrt auf der Spree weiter. Neue und auch ältere historische Gebäude, eingebettet in viel Grün, umsäumten die Ufer.

Der nächste Tag war ganz Potsdam gewidmet zunächst mit dem Besuch und einer Führung durch den Babelsberger Filmpark. Die vielfach verwendeten, zahlreichen Requisiten und Bauten beeindruckten besonders. Am Nachmittag führte eine kurze Rundfahrt durch das Stadtzentrum auch zum „Holländer Viertel“ benannt nach der Ansiedlung holländischer Kolonialisten durch König Friedrich den II.

Bevor dann am Abend die Grillparty startete, nahmen einige die Gelegenheit wahr, in dem angenehm temperierten Üdersee zu baden.

Am nächsten Tag startete man zur Weiterreise auf die Insel Usedom. Zunächst wurde noch ein Stopp an der gewaltigen Klosteranlage von Chorin eingelegt. Da gerade in dem Kirchenschiff mehrere Posaunenchöre spielten, konnte man die große Resonanz dieses Auftritts hören, einfach überwältigend.

Weiter ging es durch die ausgetrocknete Landschaft der Uckermark. Gemessen an dem, was die Teilnehmer*innen dort an trockenen Feldern sahen, sind wir in unserer Gegend noch gut weggekommen.    

Dann wurde die Insel Usedom und letztlich unser Ziel, das Hotel „Casa Familia“ in Zinnowitz erreicht. Hier erwarteten uns die aus Wiesloch stammenden Franz und Ilona Sauer, deren neues Zuhause nun Bad Doberan ist. Das Hotel, in sehr guter Lage, nur ca. 150 Meter vom Ostseestrand entfernt, war die ideale Unterkunft, zumal mit dem einwöchigen Aufenthalt auch der kostenlose Eintritt in der wenige Schritte entfernt liegende Bernsteintherme mit seinem Meerwasserschwimmbad verbunden war.

Die täglichen Strandwanderungen, so zu den Salzhütten von Koserow,  nach Karlshagen oder abendliche Spaziergänge auf der Strandpromenade waren angesagt. Dazu das uns verwöhnende sommerliche Wetter. Schließlich wird Usedom nicht zu Unrecht als Sonneninsel mit den meisten Sonnenstunden deutschlandweit bezeichnet.

Da uns täglich der Reisebus zur Verfügung stand, war die Fahrt nach Stralsund mit seiner historischen Altstadt und dem Ozeaneum ein weiterer Höhepunkt. Ein Besuch in Peenemünde, dem ehemaligen Raketenversuchsgelände der Wehrmacht mit Museum, sowie eine Inselrundfahrt zu den ehemaligen Kaiserbädern Ahlbeck und Heringsdorf, dem Schlossgut Mellenthin, das zur Kaffeepause einlud, rundeten einen weiteren Sonnentag ab.

Ein weiterer Höhepunkt, unter Führung von Bodo Lorenz, einem ortsansässigen Guide, war der Besuch der polnischen Halbinsel Wollin. Vom polnischen Teil der Insel Usedom verkehren Tag und Nacht mehrere große Fähren, die den gesamten Verkehr von und nach Usedom abdecken. Nach erster Rast am Türkissee, einem eiszeitlichen Überbleibsel, gelangte man auf die Höhen des Schneidebergs, von dem man eine herrliche Aussicht auf das Swine Rückdelta Oderhaff bis hin zum polnischen Seebad Misdroy genießen konnte. Die Promenade zur Seebrücke und die umgebenden Uferbereiche beeindruckten und zeigten, dass die Polen im Freizeit- und Kurbereich stark aufgerüstet haben.

Auch die anschließende Rückfahrt durch das im Krieg völlig zerstörte Swinemünde glänzte mit zahlreichen imposanten Neubauten und schönen Parkanlagen.

Dann hieß es leider von der Ostseeküste Abschied zu nehmen. Die Rückfahrt erfolgte durch die Mecklenburgische Seenplatte mit seinen alten Baumalleen, zum weiteren Zwischenstopp in Schelzig im Spreewald.

Auch hier lud ein ruhig gelegenes Hotel mit tollem Ambiente zu einem angenehmen Aufenthalt ein.

Weit ab von den touristischen Hochburgen Lübben und Lübbenau fand am nächsten Tag eine Fahrt auf zwei Stocherkähnen auf verschiedenen Spreewaldkanälen statt.

Das ruhige Dahingleiten wurde durch Informationen einer Spreewälderin, die dem Volk der Sorben angehörte, über ihr Volk und den Spreewald ergänzt. Zu Beginn und zum Abschluss spielte ihr Mann auf dem Akkordeon noch eine sorbische und eine deutsche Volksweise.

Leider ging am nächsten Tag mit der Heimreise eine höchst unterhaltsame, erholsame und kulturelle Reise zu Ende.  

Klaus Schweinfurth
NaturFreunde Wiesloch   

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Naturfreundehaus Üdersee
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16244 Schorfheide-Finowfurt
Übernachtungsplätze vorhanden
vollbewirtschaftet

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