Politik konkret: Militärschau beenden – Kein Militär auf der Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA)

Informationsveranstaltung zur Militärschau auf der ILA

Zielgruppe: 
Alle
Auskunft & Anmeldung: 

Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, Tel.: 0176-62015902

© 

Die ILA - Berlin Air Show (Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin) wird vom 25.-29.04.2018 auf dem Südteil des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg (BER) stattfinden. Die ILA ist eine der größten Verkaufsmessen für zivile und militärische Fluggeräte der Welt. Die Bundeswehr ist der größte Einzelaussteller im militärischen Bereich und wirbt unter Kindern und Jugendlichen um Nachwuchs. Schwerpunkt der Bundeswehr sind Auslandseinsätze. Die ILA wirbt unter dem Motto „ILA für Kinder“ mit militärischen Angeboten für die Kinder. Als erstes Angebot wird auf der Internet-Seite ein Angebot der Bundeswehr beworben: „BUNDESWEHR – AEROTRIM - Trainiere wie ein Astronaut im AeroTrim. Aufrecht stehend, an Becken und Füßen fixiert, bewegst du dich durch Gewichtsverlagerung in allen Ebenen des Raums. Mitmachen kann, wer sich traut. Kinder benötigen die Erlaubnis ihrer Eltern. Ein Mindestalter gibt es nicht. Die Mindestgröße liegt bei 1,50 m.“

Die Funktion der ILA wird von Veranstalter auf seiner Internetseite so beschrieben: „Tausende Unternehmen prägen weltweit die Luft- und Raumfahrtindustrie auf der ganzen Welt, kaum eine andere Branche agiert globaler. Auf der ILA Berlin kommen die Stakeholder zusammen. Einkäufer sparen sich weite Reisewege zu potenziellen Geschäftspartner rund um den Globus – denn auf der ILA sind sie alle in Laufweite. Das individuelle ILA Matchmaking stellt dabei sicher, dass die passenden Kontakte zueinander finden. Industrieexperten vernetzten sich mit Wissenschaftlern aus aller Welt. Und im ILA Konferenzprogramm kommen Fachbesucher mit politischen Entscheidern ins Gespräch.“

In diesem Jahr ist das Partnerland der ILA Frankreich. Die Messeveranstalter schreiben dazu: „Die deutsch-französische ILA-Partnerschaft spiegelt auch die ehrgeizigen gemeinsamen Rüstungs-Kooperationen wider. Im Sommer 2017 gaben Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel den Startschuss für Planungen zu einem völlig neuen Kampfflugzeug. Projekte dieser Dimension sind zweifelsfrei nur in einer engen deutsch-französischen Partnerschaft erfolgreich zu stemmen.“

Seit vielen Jahren setzt sich die Berliner Friedensbewegung für eine Beendigung des militärischen Teils der Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ein. Ein Schwerpunkt der ILA ist das breite Angebot von Drohnen, die zivil oder militärisch genutzt werden können. Der Veranstalter will den Drohnenmarkt „zum dynamischsten Bereich der Luftfahrt“ entwickeln. Drohnen werden zunehmend militärisch eingesetzt: für Ausspähungen, Überwachung, Spionage und für „gezielte Tötungen“ per Fernbedienung. Schon mehr als 11.000 Menschen starben durch Drohnenangriffe. Die deutsche Bundesregierung will für die Bundewehr bewaffnungsfähige Drohnen anschaffen.

Die Veranstaltung zeigt die Hintergründe der Militärmesse ILA auf, beleuchtet an einigen Beispielen das militärische Angebot auf der ILA und zeigt die Argumente der Friedensbewegung gegen die Militärschau auf der ILA auf.

Die Rüstungsfirmen und die Bundeswehr nutzen die Faszination der Technik, um auch im eigens dafür errichteten „Career Center“ Jugendliche anzuwerben.

Wir sagen: Die Anziehungskraft der Technik darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass militärische Ausrüstungen und Systeme für das Töten von Menschen erdacht, entwickelt und hergestellt werden.

Die ILA ist eine Rüstungsmesse, auf der Waffengeschäfte eingefädelt werden. Deutschland belegt unter den Händlern des Todes bereits Platz 3 auf der Welt und Platz 1 in der EU.

Wir sagen: Waffenexport bedeutet Aufrüstung.

Aufrüstung verunsichert und fördert die Konfrontation, wo Kooperation nötig wäre. Waffenexporte steigern die Kriegsgefahr. Veranstalter der ILA sind der Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BdLI) und die Messe Berlin GmbH, welche sich zu 99,7 Prozent im Besitz des Landes Berlin befindet.

Wir protestieren dagegen, dass der Berliner Senat Rüstungslobby und Bundeswehr Werbemöglichkeiten schafft und fordern den Senat auf, den militärischen Teil der ILA zu beenden.

Referenten:

Lühr Henken, Bundesausschuss Friedensratschlag, FRIKO Berlin

Uwe Hiksch, Bundesvorstand NaturFreunde Deutschlands

Ort/Unterkunft/Treffpunkt: 
NaturFreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 10713 Berlin

Ortsgruppe/n

Anfrage zum Termin