Vortragsreihe: Vom Scheitern unserer Hoffnungen und vom Mut eines neuen Anfangs

1918 – 1933 – 1968 – 1989 – 2018

Dieser Termin findet mehrmals statt, das nächste Mal am:
12.12.2018 - 19:00 Uhr
23.01.2019 - 19:00 Uhr
27.02.2019 - 19:00 Uhr
Zielgruppe: 
Alle
Auskunft & Anmeldung: 

NaturFreunde Stuttgart-Botnang
Waldemar Grytz
(0711) 69 08 70
waldemar-grytz@gmx.de
botnang.naturfreunde-stuttgart.de

NaturFreunde Stuttgart-Heslach
Werner Schmidt
(0711) 6 49 18 35
werner.schmidt@n.zgs.de
heslach.naturfreunde-stuttgart.de

Ein Ziel dieser Vortragsreihe ist es, solides Geschichtswissen für unser Handeln in der Gegenwart zu vermitteln. Wir greifen in zunächst sechs Veranstaltungen aktuelle Enttäuschungen und Ohnmachtsgefühle auf, die gerade in Stuttgart verbreitet sind, und stellen Fragen an die Geschichte, ob sie uns nicht zum Weitermachen ermutigen kann. Ein Bezug zur sozialistischen Bewegung in Stuttgart wird oftmals hergestellt – denn Stuttgart bzw. Württemberg hat viel zu bieten: Clara Zetkin, Fritz Rück, Fritz Lamm, August Thalheimer, Georg Elser, Eugen Eberle, Theodor Bergmann, Willi Hoss und Peter Grohmann.

Mi. 26. September 2018, 19 Uhr | 100 Jahre Novemberrevolution in Deutschland
Steht die deutsche Revolution 1918/19 am Beginn unserer Demokratie oder ist sie gescheitert und für das Ende der Weimarer Republik mitverantwortlich? Aus der Fülle der historischen Ereignisse ragt eine grundsätzliche Auseinandersetzung hervor: der Kampf um zwei verschiedene Demokratie-Modelle: das der direkten und das der repräsentativen Demokratie. Welche Form der Demokratie streben wir heute an? Von der Beantwortung dieser Frage hängt auch das Urteil über die Novemberrevolution ab.
Referent: Dr. Axel Kuhn

Mi. 24. Oktober 2018, 19 Uhr | Die Machtübernahme der NSDAP 1933
Bei jedem Erfolg / Aufstieg einer rechtsradikalen Partei in der Bundesrepublik wurden / werden Befürchtungen laut, ob sich das negative Beispiel der Weimarer Republik wiederholen könnte. Eine gründliche Analyse der Machtübernahme der NSDAP erscheint in diesem Kontext hilfreich. Dabei wird auch zur Sprache kommen, welche Rolle der Populismus beim Aufstieg des deutschen Faschismus spielte und welche Bevölkerungsschichten für ihn anfällig waren / sind.
Referent: Dr. Axel Kuhn

Mi. 21. November 2018, 19 Uhr | Über Parteitreue, Links- und Rechtsabweichler
Parteigründung? Parteieintritt? Parteiaustritt? Direkte Aktion statt Organisation? Mit Massendemonstrationen zur radikalen Veränderung der Gesellschaft? Anhand dieser Optionen wird die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung abgefragt, ob man aus ihr für die Gegenwart noch etwas lernen kann. Wir sprechen über Rosa Luxemburgs Revolutionstheorie, den sogenannten Spartakusaufstand 1919 und die verschiedenen Faschismustheorien innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung.
Referent: Dr. Axel Kuhn

Mi. 12. Dezember 2018, 19 Uhr | 1968 in Stuttgart – Kurzgeschichten – lockerer Abend mit Punsch und Musik
Die 68-Bewegung hatte auch Stuttgart erfasst. Viel wird in den Zeitungen fabuliert. Zwei Zeitzeugen berichten. In den Betrieben und Gewerkschaften wurden die Lehrlinge aufmüpfig, politisierten sich. Damalige Aktivisten sind  heute noch Betriebsräte z. B. bei Daimler oder Bosch. Auch an der Uni Stuttgart zog der Geist der Rebellion ein, Autoritäten wurden in Frage gestellt, Klausuren wurden boykottiert, die Nazi-Vergangenheit der Uni diskutiert. Arbeitskreise mit hunderten Studenten diskutierten über Marx, die DDR, China, über Alternativen zum Kapi¬talismus. Wie kam es zu diesem Zeitgeist, was hat diese Zeit geändert? Kurzgeschichten-Erzähler Peter Grohmann , erleb- te die Zeit als Schriftsetzer und Mitglied der Plakat-Gruppe, Peter Hensinger war mehrere Jahre lang im Asta-Vorstand der Uni Stuttgart. Und wir wünschen uns von Besucher_innen weitere Kurzgschichten, evtl. zu den Aspekten Kultur, Kinderläden, Erziehung, Sexualität, Wohnformen oder Psychiatriereform.

Mi. 23. Januar 2019, 19 Uhr | Der Zusammenbruch der DDR und der Mythos von der ersten erfolgreichen Revolution in Deutschland
Bei der Interpretation des Zusammenbruchs der DDR 1989/90 gibt es eine weit verbreitete Ansicht, die die Ereignisse aber nicht zutreffend beschreibt. Man kann sie als die „Bürgerbewegungs-Legende“ bezeichnen. Es handelt sich um eine Interpretation, die das Hauptgewicht auf die sogenannte „friedliche Revolution“ innerhalb der DDR selbst legt und die internationalen Voraussetzungen übersieht bzw. als gering erachtet. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wird es Zeit, mit diesem Mythos aufzuräumen. Referent: Dr. Axel Kuhn

Mi. 27. Februar 2019, 19 Uhr | Der Kampf gegen »Stuttgart 21« im Kontext weltweiten Aufbegehrens
Während der langen Geschichte des Streits für die „Sache der Freiheit gegen das Unheil der Zwangsherrschaft jeglicher Art“ (Arendt) wiederholen sich bestimmte Phänomene immer wieder. Das betrifft etwa die Dynamik sozialer Bewegungen oder das Verhältnis von Bewegungen und Parteien. Der abschließende Beitrag dieser Reihe fragt, welche politischen Parallelen, die wir in den vorausgegangenen Beiträgen kennen gelernt haben, sich auch in den Protesten gegen „Stuttgart 21“ abbilden. Dabei sieht der Vortrag die Kämpfe gegen das Bahn- und Immobilienprojekt im Kontext einer jüngsten weltweiten Welle politisch-sozialen Aufbegehrens, die nicht nur in Stuttgart ihren Ausdruck fand. Ergeben sich so vielleicht ein neues Bild und neue Perspektiven der Auseinandersetzung?
Referentin: Dr. Annette Ohme-Reinicke

Eine Veranstaltung der NaturFreunde Stuttgart-Botnang und Stuttgart-Heslach in Kooperation mit dem Bündnis Stuttgart Ökologisch Sozial (SÖS), Die AnStifter und dem Hannah-Arendt-Institut Stuttgart.

Ort/Unterkunft/Treffpunkt: 
SÖS Treff. für Politik und Kultur, Arndtstr. 29, Ecke Vogelsangstr., 70197 Stuttgart