Reparieren statt wegwerfen: Repair Café in Münchner Naturfreundehaus

An ihrem Bootshaus an der Isar betreiben die NaturFreunde München einen wunderschönen Biergarten. Er liegt ganz in der Nähe des Tiergartens, ist sehr beliebt und wird von vielen jungen Familien besucht. Dort gibt es seit Mai eine neue Einrichtung: das Reparatur-Café im Bootshaus.

Ein Reparatur-Café funktioniert ganz einfach: Leute bringen ihre defekten Geräte mit, um sie gemeinsam mit ehrenamtlich Helfer zu reparieren. Für die Besitzer der Geräte ist das vorteilhaft: Sie können lernen, wie man eine solche Reparatur angeht und sparen Geld, denn die Arbeit der ehrenamtlichen Experten kostet nichts. Und wer verdient dann dabei? Nun ja, alle! Denn jedes Gerät, das repariert wird und weiter benutzt werden kann, erspart Energie und Rohstoffe für die Herstellung eines neuen Geräts – und natürlich auch die Energie beim Recyceln oder die Umweltbelastung bei der Entsorgung des alten Geräts.

Wer hat´s erfunden? Das musste gar nicht erfunden werden, schließlich ist das Reparieren von Gegenständen so alt wie die Herstellung der Gegenstände selbst. Erst in den letzten Jahrzehnten nahm die Bereitschaft ab, Dinge wieder gebrauchsfähig zu machen. Stattdessen gönnte man sich eine Neuanschaffung, manchmal sogar zusätzlich zu den noch funktionierenden Geräten.

Dass dies ein Luxus ist, wird zunehmend von mehr Menschen erkannt: die Natur, die die Rohstoffe liefert und den Müll aufnehmen muss, ist endlich und begrenzt. Dies gilt übrigens auch für die finanziellen Möglichkeiten der meisten Menschen, die ebenso abschmelzen wie die Polkappen. Das Neue am Reparatur-Café ist also nicht des Reparieren, sondern allenfalls der Rahmen dazu: das Café, wo bei Kaffee, Kuchen und Unterhaltungen die Wartezeit schneller vergeht. Dieses Konzept ist heute weit verbreitet, mittlerweile findet praktisch jeden Tag irgendwo in der Republik mindestens ein solches Reparatur- Café statt.

Mittlerweile geht das Reparatur-Café im Bootshaus auf sein viertes Treffen im September zu. Waren noch beim ersten Mal nur Mitglieder eingeladen, wenden sich die weiteren Veranstaltungen an alle und jeden. Trotz geringem Werbeaufwand haben die Besucherzahlen zugenommen, ebenso Zahl und Vielfalt der mitgebrachten Geräte. Bis auf eine Sommerpause im August soll das Reparaturcafé im Bootshaus nun monatlich stattfinden.

Theo Strottner
reparatur-cafe@nfbm.de

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