Kultur konkret: Die Sicht auf Politik und Gesellschaft in der ersten Staffel von „BABYLON BERLIN“

Zielgruppe: 
Alle
Auskunft & Anmeldung: 

NaturFreunde Berlin
Uwe Hiksch
hiksch@naturfreunde.de
(0176) 62 01 59 02

© 

In 16 Folgen ging die Serie "Babylon Berlin" in die erste Staffel. "Babylon Berlin" ist die bislang teuerste deutsche Fernsehproduktion. Die Drehbücher der ersten beiden Staffeln basieren frei auf Volker Kutschers Kriminalroman "Der nasse Fisch", der in Berlin der Weimarer Republik spielt. Die Kriminalserie spielt in Berlin des Jahres 1929. Im Mittelpunkt stehen Kommissar Gereon Rath, der von Köln nach Berlin kommt, um im Rahmen eines Erpressungsfalls zu ermitteln, und Charlotte Ritter, eine junge Stenotypistin. Rath leidet, wie viele Veteranen in dieser Zeit, unter der posttraumatischen Belastungsstörung des Kriegszitterns, die eine Nachwirkung des Einsatzes im Ersten Weltkrieg ist. Sie bewegen sich in der politisch aufgeheizten Atmosphäre Berlins, die in der Serie interessant verarbeitet wird. In der ersten Staffel kommen historische Ereignisse wie der „Berliner Blutmai“, die „Schwarze Reichswehr“ und den Auseinandersetzungen zwischen „Trotzkisten“ und „Kommunisten“ vor und werden in Form des Kriminalromans mit viel Phantasie entfremdet. So sind Ereignisse in der Verfilmung hinzugekommen, die im Roman nicht erwähnt sind, wie die Erpressung Konrad Adenauers mit kompromittierenden pornografischen Fotos, der Erkundungsflug zum geheimen deutschen Luftwaffenstützpunkt in der Sowjetunion und die illegalen Giftgastransporte sowie der „Sklarek-Skandal“.

„Babylon Berlin“ gibt einen interessanten Blick auf die gesellschaftliche und politische Situation des Berlins der späten 1920er Jahre. Mit den Mitteln der Fiktion und Verfremdung werden historische Ereignisse zu einem interessanten Sitten- und Gesellschaftsbild zusammengeführt. Die Serie wurde mit vielen Auszeichnungen wie dem „Bambi“, dem Deutschen Filmpreis oder dem Grimme-Preis bedacht.

Der Referent wird die Serie vorstellen und die dort gezeigten Ereignisse historisch einordnen. Außerdem zeigt er die Sicht des Autors auf die damalige Zeit auf, stellt sie in heutige historische Darstellungen und versucht Hintergründe und ideologische Einflüsse in der Serie herauszuarbeiten.

Einführung: Uwe Hiksch

Die Reihe „Kultur konkret“ beschäftigt sich mit bekannten Filmen, Serien oder Sendungen und ordnet sie in einen gesellschaftlichen Kontext ein. Die Referent*innen zeigen dabei ihre Sicht auf die Filme und stellen diese zur Diskussion.

Ort/Unterkunft/Treffpunkt: 
NaturFreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 10713 Berlin

Ortsgruppe/n

Anfrage zum Termin