Mahnwache anlässlich des 2. Jahrestages der Rodungen am Mehringdamm Ost

26.01.2023 15:00 - 18:00 Uhr
Zielgruppe: 
Alle
Auskunft & Anmeldung: 

NaturFreunde Berlin
Uwe Hiksch
hiksch@naturfreunde.de
(0176) 62 01 59 02

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Anlässlich des 2. Jahrestages der Rodungen am Mehringdamm Ost am 25. Januar laden die AG Artenschutz am Bau der Berliner NaturFreunde Berlin und das Bündnis Stadtnatur in K61 ein:

Mahnwache

Donnerstag, 26. Januar 2023

ab 15:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr

Ort: Mehringdamm Ost/Ecke Bergmannstraße

Ein Brandbrief an Stadträtin Annika Gerold wird vorgelesen und anschließend überreicht, die ehemaligen Hochbeete werden mit Lichtern markiert.

Angela Laich vom Bündnis Stadtnatur in K61 erklärt: „Diese Bepflanzung muss nachgebessert werden, um nicht den Grünzug nachhaltig zu zerstören. § 44 Abs. 1 – 3 des  BNatSchG verbietet die Zerstörung ganzjährig genutzter Lebensstätten europäischer Singvogelarten. Dies ist bei der Neugestaltung ignoriert worden, ebenso widerspricht sie der Zielsetzungen des Bezirkes als “Kommune der Biologischen Vielfalt“.

Unsere Kritik:

  • Die Umsetzung der ausgehandelten Ausgleichsmaßnahme fehlt, die Situation für die Gebäudebrüter ist prekär.
  • Die Neugestaltung wurde als Pilotprojekt für klimaresiliente Pflanzen umgesetzt.
  • Artenschutz und Anwohnenden-Interessen wurden dabei außer Acht gelassen.
  • Die Wiederanpflanzung ist nicht habitatfähig und somit nicht geeignet zur Wiederherstellung der ökologischen Leistung des Grünzuges.
  • Zu viel Versiegelung durch verschwenderischen Flächenumgang für Fahrradbügel.
  • Es gibt nur noch kommerzielle Sitzmöglichkeiten und keinen einzigen Mülleimer, obwohl Essen und Trinken „to-go“ verkauft wird.“

Lothar Eberhardt von den Berliner NaturFreunden dazu: „Mit der Aktion wollen wir deutlich machen, dass Erhalt und Wiederherstellung von Stadtgrün nach Baumaßnahmen endlich verbindlich werden müssen, um das Artensterben vor der Haustür zu beenden und um  einen innerstädtischen Klimakollaps abzuwenden. Planungen müssen das berücksichtigen,

Hohes und dichtes Grün entlang von Straßenzügen trägt zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität der Stadtbewohner*Innen bei durch Luftfilterung und Kühlung, hält Wasser im Boden und bildet Lebensraum für ungezählt viele Insekten und Singvögel.“

Uwe Hiksch vom Landesverband der Berliner NaturFreunde fordert: „Der Runde Tisch Artenschutz bei Bauvorhaben muss endlich als aktives Gremium unter gleichberechtigter Einbindung der Zivilgesellschaft regelmäßig einberufen werden. Transparenz muss in die in Planungen. Vor Baustellenbeginn müssen laut aktuellen Methodenstandards auch Hecken erfasst werden. CEF Maßnahmen müssen über den Eingriffszeitraum hinweg sichergestellt werden.“

Wir fordern:

  • Aufstellung von Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) umgehend;
  • Habitatfähige Nachpflanzungen;
  • Nachpflanzungen großer Sträucher auch in den Baumscheiben entlang des Parkstreifens;
  • Aufstellung von 2 Sitzbänken an geeigneter Stelle und dazugehöriger Mülleimer.

Hintergrund:

Die dicht bepflanzten alten Hochbeete stellten eine wichtige Biotopverbindung zwischen Tempelhof und dem grünen Uferbereich am Landwehrkanal dar. Die ökologische Leistung der großen Sträucher war klimawirksam, verbesserte die Anwohneraufenthaltsqualität und war Basis für lokale Artenvielfalt.

Bereits während der Rodungen kam es zu Anwohnenden-Protesten und später zur Unterschriftensammlung zur Wiederanpflanzung der Sträucher als Schutz vor der vielbefahrenen Straße und als Habitat für zahlreiche Arten.

Es kam zum Dialog mit dem Straßen- und Grünflächenamt unter Hinzuziehung des Naturschutzamtes, wobei

  • Vorschläge für eine ökologische Ausgleichsmaßnahme erarbeitet wurden;
  • knapp 500 Unterschriften zur Wiederanpflanzung mit Sträuchern als Schutz vor der vielbefahrenen Straße und als Habitat für zahlreiche Arten eingereicht wurden;
  • bei einer Ortsbegehung zusätzliche Entsiegelungspotentiale und Gefahren von Hitzeinselbildung in den Neugestaltungsplänen aufgezeigt wurden;
  • die prekäre Lage der Gebäudebrüter auch nach den Wiederanpflanzungen aufgezeigt wurde.
Ort/Unterkunft/Treffpunkt: 
Mehringdamm Ost/Ecke Bergmannstraße, Mehringdamm 69, 10961 Berlin

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