Fünf neue Natura Trails in der Flusslandschaft der Jahre 2016/17: Trave

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Dunkle Moore mit Salzquellen, Lagunen, Dünen, Steilufer, Klarwasserseen: Die 124 Kilometer lange Trave – NaturFreunde-„Flusslandschaft der Jahre“ 2016/17 – verbindet ökologisch sehr interessante Lebensraumtypen.

Der kleine Fluss in Schleswig-Holstein hat ein Einzugsgebiet von 2.676 Quadratkilometern, in dem er zahlreiche Seen und Teiche entwässert. Zwei große Flora-Fauna-Habitate (FFH) werden dabei durchflossen, die zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000 gehören.

Einzigartige Lebensräume für Naturliebhaber
Die NaturFreunde Schleswig-Holstein haben fünf neue Natura Trails entwickelt, die Naturliebhabern jeweils einen einzigartigen Lebensraumtyp erschließen. Diese Trails sind Tourenvorschläge der NaturFreunde, die das Bewusstsein für die Naturschätze „vor der Haustür“ schärfen wollen. Attraktive Faltblätter erklären ökologische und kulturelle Zusammenhänge, ergänzt um touristische Tipps – zum Beispiel Wanderkarten oder auch die Übernachtungsoption im Naturfreundehaus Priwall (C 2) direkt am Natura Trail.

Im FFH-Gebiet „Travetal“ etwa, das am Auslauf des Warder Sees beginnt, am Lübecker Wallhafen endet und 1.361 Hektar umfasst, schlängelt sich die Trave durch enge Täler, dann durch breite Niederungen. Die Talflanken bilden zumeist steile eiszeitliche Moränen. Von großer ökologischer Bedeutung sind hier die Salzquellen, die zum Beispiel im Brenner Moor (Natura Trail) austreten. Einige liegen innerhalb beweideten Grünlandes, andere in Schilfröhrichten. Auch die Wälder sind vielfältig: In den Bachschluchten gibt es meist Erlen Erlenwälder, die an den Talflanken oft in Waldmeister- Buchenwälder übergehen, in steilen Bereichen auch Eichen-Hainbuchenwälder. Diese zeichnen sich besonders durch ihren Reichtum an frühlingsblühenden Kräutern aus.

Das flussabwärts folgende FFH-Gebiet „Traveförde“, das vom Lübecker Holstentor bis zur Travemündung reicht, wird schon stark vom Meer geprägt. Zwar ist die Förde gezeitenfrei, doch die Ostsee sorgt durch unregelmäßige Wasserstandsschwankungen für einen spürbaren Brackwassereinfluss bis über die Einmündung der Schwartau hinaus. Die Traveförde ist dem Lebensraumtyp „Ästuarien“ zugeordnet. Entlang der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern sind noch größere unverbaute Uferstrecken erhalten.

Überregional bekannt: das Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer (Natura Trail). Wenige Kilometer flussabwärts wird die Travemündung durch einen Nehrungshaken, den Priwall, verengt. Mit seinen nährstoffarmen Böden und den besonderen klimatischen Bedingungen ist er wertvoller Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Sein südlicher Teil bildet zusammen mit einem etwa 100 Meter breiten Flachwasserbereich in der Pötenitzer Wiek das Naturschutzgebiet Südlicher Priwall, das nun ebenfalls durch einen Natura Trail erschlossen wurde.

Gerhard Bartel

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23570 Lübeck-Travemünde
Übernachtungsplätze vorhanden
vollbewirtschaftet