Kanusportler*innen fordern Alternativen für lebensgefährliche Wehranlagen an Flüssen

Mit einer Petition an den Bundestag wollen die Paddler*innen Gewässerausbauten sicherer machen und Unfälle verhindern

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Kanusportler*innen verschiedener Verbände haben eine Petition mit dem Titel „Weniger Tote an unseren Flüssen – Lebensgefährliche neue Wehranlagen vermeiden und bestehende entschärfen“ beim Petitionsausschuss des deutschen Bundestags eingereicht. Mit der Initiative wollen sie mehr Sicherheit bei Gewässerausbauten bewirken, an denen immer wieder Menschen und Tiere verunglücken. Die Bundesfachgruppe Kanusport der NaturFreunde unterstützt die Petition.

Lass' dich benachrichtigen, sobald die Petition unterschrieben werden kann:
www.sicherheit-beim-kanusport.de/petition

Kastenwehre, die in ganz Europa sowohl an großen Flüssen als auch an kleinen Bächen verbaut sind, verursachen bereits bei wenigen Zentimetern Fallhöhe sogenannte Rückläufe, die für Wassersportler*innen, Spaziergänger*innen und Tiere, die versehentlich in die Flüsse geraten, eine große Gefahr darstellen. Da die Verunfallten im Rücklauf unter die Wasseroberfläche gedrückt werden und sich in der Regel nicht aus eigener Kraft befreien können, enden solche Unfälle immer wieder tödlich. Nach Angabe der Initiator*innen starben allein 2019 in Deutschland fünf Menschen, darunter zwei Kinder, in derartigen Wehranlagen. Auch für Rettungskräfte ist der Zugang zu verunfallten Personen in Rückläufen schwierig, sie setzen sich oft selbst der Gefahr des Ertrinkens aus.

Die am 12. Juli beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags eingereichte Petition fordert Alternativen wie Rampen und Umbauten, die das Verlassen des Wehres und eine sichere Rettung ermöglichen. Eine bewährte Alternative zu Kastenwehren seien zum Beispiel Sohlrampen (auch Raue Rampen genannt), die einen gefährlichen Rücklauf vermeiden und zudem nahezu ungehinderten Fischaufstieg und -abstieg gewährleisten würden.

Die Prüfung der Petition durch den Ausschuss des deutschen Bundestags kann mehrere Wochen dauern, ab dem Zeitpunkt der Freigabe stehen den Initiator*innen jedoch nur vier Wochen zur Verfügung um 50.000 Unterschriften zu sammeln. Daher gibt es ab sofort auf der Webseite www.sicherheit-beim-kanusport.de die Möglichkeit, datenschutzkonform Daten zu hinterlegen und sich benachrichtigen zu lassen, sobald die Petition unterschrieben werden kann. Die Bundesfachgruppe Kanusport ruft dazu auf, diese Möglichkeit zu nutzen.