Wie Bildung Klimawandelleugnung, Angst und Spaltung begegnen kann
Der dritte Fachtag in unserem Projekt „Kritische Umweltbildung“ steht ganz im Zeichen der Klimabildung in einem sich zuspitzenden gesellschaftlichen Klima. Antidemokratische und verschwörungsideologische Kräfte leugnen den menschengemachten Klimawandel oder zweifeln die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen an. Zusätzlich ist das Thema hoch politisiert und wird von verschiedenen Seiten genutzt, um gezielt Emotionen wie Unsicherheit und Verlustängste zu verstärken.
Mögliche Konfliktthemen können sich bei Diskussionen um den Ausbau von Energieinfrastruktur bis hin zu Projekttagen zum Klimawandel im schulischen oder außerschulischen Bildungsbereich lokal niederschlagen. Mit unserem Fachtag möchten wir hier ansetzen und über die Einflussnahme antidemokratischer und verschwörungsideologischer Akteur*innen auf diese Themenfelder informieren. Darüber hinaus wollen wir erprobte Ansätze diskutieren, die zeigen, wie Bildungsarbeit den Mut zur Transformation fördern kann. Wir möchten uns an diesem Tag in Halle (Saale) mit pädagogischen Fachkräften in der Klima- und Umweltbildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung austauschen, in den Dialog kommen und Handlungsansätze diskutieren. Welche Herausforderungen erlebt ihr in eurer beruflichen Praxis beim Thema Klimawandel? Wo benötigt ihr Unterstützung?
Ablauf:
09:30 - 10:00 Uhr Anmeldung
10:00 – 10:15 Uhr Beginn & Begrüßung
10:15 – 11:15 Uhr Vortrag mit Diskussion: „Gegen Deepstate & Ökolobby?
Verschwörungserzählungen zur Klimakrise“ – Katharina Nocun
11:30 – 12:30 Uhr Vernetzung und Praxisaustausch
12:30 – 13:30 Uhr Mittagessen
13:30 – 16:00 Uhr Workshopphase
Workshop 1: „Das Potential wirksamer Klimakommunikation &
Zukunftsnarrative im Bildungsbereich "
(Christoph Sanders, Konzeptwerk neue Ökonomie e.V.)
Workshop 2: „Die Zukunft fängt heute an - ein Workshop zu
transformativer Bildung“ (Hannah Monnin)
Workshop 3: „Die extreme Rechte zwischen Klimawandelleugnung und
Klimanationalismus – wie kann man dagegenhalten?” (Lou Kern, FARN)
16:20 – 16:45 Uhr Auswertung
16:45 Uhr Ende
Programmbeschreibung
Vortrag: Gegen Deepstate & Ökolobby? Verschwörungserzählungen zur Klimakrise
Egal ob "Great Reset", Machenschaften eines ominösen "Deep State" oder die angeblich allmächtige "Ökolobby" – auf Telegram & Co. kursieren unzählige Verschwörungserzählungen rund um die Klimakrise. Wer sich in den Kaninchenbau des Verschwörungsglaubens begibt, kommt unweigerlich in Kontakt mit einer ganzen Reihe von Mythen bis hin zu drastischer Desinformation. Warum ist das derart anziehend für einige Menschen? Und was lässt sich dem entgegen setzen?
Referentin: Katharina Nocun, Publizistin & Podcasterin
WS 1: Das Potential wirksamer Klimakommunikation & Zukunftsnarrative im Bildungsbereich
Der Workshop beleuchtet verschiedene psychologische Aspekte von Klimakommunikation - Zielgruppenanalyse, Haltung, Storytelling & Framing
- und wendet deren Potentiale für Transformation auf den Bildungsbereich an. Darüber hinaus widmen wir uns der Relevanz von positiven & handlungsaktivierenden Zukunftsnarrativen. Neben inhaltlichen Inputs wird es Raum für Methoden, Selbstreflexion und Austausch geben.
Referentin: Hannah Monnin, Umweltwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Umweltpsychologie
WS 2: Die Zukunft fängt heute an - ein Workshop zu transformativer Bildung
Wie beschäftigen wir uns mit Zukunft, wenn die Gegenwart voller Krisen scheint?
Wie gehen wir mit Ohnmachtsgefühlen um, wenn es Gestaltungsräume braucht?
Wie werden aus komplexen Zusammenhängen konkrete gelebte Ansätze für globale Gerechtigkeit?
Jugendliche und junge Erwachsene wissen heute viel über Klimakrise und ungerechte globale Verhältnisse. Studien belegen auch ihren Wunsch danach, die Gesellschaft mitzugestalten. Gleichzeitig erscheinen diese Herausforderungen oft übermächtig und gewohnte Denkmuster sind so schwer zu hinterfragen. In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit Transformativer Bildung - also damit, wie Lernräume die großen Fragen nach einer klimagerechten Welt zugänglicher machen können.
Dabei setzen wir auf drei Ebenen an:
1. Wir reflektieren unsere Haltung als Lernbegleiter*innen und setzen uns damit auseinander, was Bildungsarbeit leisten kann.
2. Wir lernen ganz praktisch konkrete Methoden kennen, die versuchen, komplexe Fragen einer sozial-ökologischen Transformation greifbar zu machen.
3. Wir übertragen die kennengelernten Methoden und Zugänge auf eigene Arbeitskontexte.
Referent: Christoph Sanders, Konzeptwerk neue Ökonomie e.V.
WS 3: Die extreme Rechte zwischen Klimawandelleugnung und Klimanationalismus – wie kann man dagegenhalten?
Klima- und Energiepolitik sind längst wichtiges strategisches Spielfeld der extremen Rechten geworden. Von der offenen Klimawandelleugnung bis zum gezielten Klimanationalismus lassen sich verschiedenste Ansätze finden, durch welche menschenfeindliche und anti-wissenschaftliche Weltbilder transportiert werden. So wird die Klimakrise wahlweise dem Bevölkerungswachstum im globalen Süden angehängt, als Verschwörung einer geheimen Elite inszeniert oder mit Argumenten des Natur- und Artenschutzes die Energiewende delegitimiert. In diesem Workshop werden wir uns mit konkreten Argumenten antidemokratischer Kräften befassen, und wie wir Ihnen begegnen können.
Referent*in: Lou Kern, FARN
In Kürze:
Wo? Halle/Saale (genauer Ort nach Anmeldung)
Wann? 11. November 2026, 10-17 Uhr
Wer? Fachkräfte in der Umweltbildung, Klimabildung, BNE & fachlich ähnliche Professionen
FARN – Fachstelle Radikalisierungsprävention
und Engagement im Naturschutz
c/o NaturFreunde Deutschlands
Warschauer Str. 58a/59a
10243 Berlin
+49 (0)30 29 77 32 60 | Tel
+49 (0)30 29 77 32 80 | Fax
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