Gemeinsam bewegen: Ehrenamt macht die NaturFreunde stark

© 

Die September-Ausgabe der NATURFREUNDiN ist da. Die Titelgeschichte des Mitgliedermagazins der NaturFreunde Deutschlands widmet sich der wohl wichtigsten Ressource der NaturFreunde: den vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie organisieren Wanderungen und Radtouren, leiten Sportgruppen, schützen Moore, betreiben Naturfreundehäuser, engagieren sich für Frieden und Klimaschutz – und sorgen dafür, dass aus gemeinsamen Interessen gemeinsames Handeln wird.

Gemeinsam bewegen lautet deshalb der Titel der neuen Ausgabe – und das ist durchaus doppeldeutig gemeint. Denn NaturFreund*innen bewegen sich gemeinsam beim Wandern, Paddeln, Mountainbiken oder Klettern. Gleichzeitig wollen sie gesellschaftlich etwas bewegen: für Frieden und soziale Gerechtigkeit, für Demokratie, Klima- und Umweltschutz.

Engagement und solidarische Selbsthilfe
Die Titelgeschichte stellt sieben ehrenamtlich engagierte NaturFreundinnen aus ganz Deutschland vor. Da ist etwa Nora Erfkamp aus Bielefeld, die Skilehrer*innen ausbildet und das NaturFreunde Riders Festival organisiert. Josef Niggemann betreut den 630 Kilometer langen Hanseatenweg zwischen Hamburg und Stettin. Vanessa Rötzel wiederum hat in Bonn eine Familiengruppe mit aufgebaut und an einem neuen Naturfreundehaus mitgearbeitet – in zwei Jahren hat sich die Mitgliederzahl ihrer Ortsgruppe von 180 auf fast 400 mehr als verdoppelt.

Die Porträts zeigen, wie unterschiedlich ehrenamtliches Engagement aussehen kann – und was viele Aktive verbindet: die Freude an Gemeinschaft, die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen und die Erfahrung, gemeinsam tatsächlich etwas bewirken zu können.

PDF-Download
Hier kannst du die Ausgabe 3-2026 der NATURFREUNDiN als PDF downloaden.

Bundesvorsitzender Michael Müller blickt schließlich auf die Geschichte des freiwilligen Engagements bei den NaturFreunden zurück. Schon die frühe NaturFreunde-Bewegung setzte auf solidarische Selbsthilfe, gemeinsames Lernen und selbst organisierte Freizeit. Für Müller ist dieses Engagement bis heute prägend für den Verband – und angesichts gesellschaftlicher Umbrüche wichtiger denn je.

Aufrüstung und Kriegsdienstverweigerung
Politisch beschäftigt sich die neue NATURFREUNDiN unter anderem mit der aktuellen Debatte über Wehrpflicht und Aufrüstung. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 9.477 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung gestellt – mehr als im gesamten Vorjahr. Der Beitrag stellt dieser Entwicklung die stark steigenden Rüstungsausgaben gegenüber und wirbt dafür, freiwilliges Engagement, Friedensbildung und demokratische Teilhabe junger Menschen zu stärken.

Auch die milliardenschweren Pläne der Bundesregierung für die Kernfusion werden kritisch beleuchtet. Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) stellt ein erstes kommerzielles Fusionskraftwerk für die 2040er-Jahre in Aussicht. Die NATURFREUNDiN fragt, wie realistisch solche Versprechen nach Jahrzehnten der Fusionsforschung sind – und ob die dafür vorgesehenen Milliarden energiepolitisch sinnvoll eingesetzt werden.

Nachwuchs im Schneesport: neue Ausbildung für Kinderskilehrer*innen
Wie Ehrenamt und Nachwuchsförderung zusammengehören, zeigt auch eine neue Ausbildung der NaturFreunde: Ab der Ausbildungssaison 2026/27 können Jugendliche und Erwachsene sich zum*zur Kinderskilehrerin qualifizieren. Die Ausbildung ist als niederschwelliger Einstieg vor der eigentlichen Skilehrer*innen-Ausbildung gedacht und bereits ab 14 Jahren möglich.

Im Mittelpunkt stehen der sichere und kindgerechte Einstieg in den Schneesport, spielerische Lernformen und die Unterstützung ausgebildeter Skilehrer*innen bei Kinderkursen. So sollen Ortsgruppen entlastet und zugleich junge Menschen früh an Verantwortung und ehrenamtliches Engagement herangeführt werden.

Mit viel Eigenarbeit zur Wärmepumpe
Dass Klimaschutz im Verband ganz praktisch werden kann, zeigt das Naturfreundehaus Riedberg der NaturFreunde Darmstadt-Eberstadt. Dort wurde die alte Ölheizung durch eine Wärmepumpenheizung ersetzt. Rund acht Tonnen Kohlendioxid sollen dadurch jährlich eingespart werden.

Möglich wurde die rund 90.000 Euro teure Umstellung durch staatliche Förderung, Spenden – und mehrere hundert Stunden ehrenamtliche Arbeit. Der ausführliche Praxisbericht beschreibt nicht nur das Ergebnis, sondern auch, was andere Naturfreundehäuser aus dem Projekt lernen können: von professioneller Energieberatung über die Prüfung von Angeboten bis zum realistischen Einplanen von Eigenleistungen und Altbau-Risiken.

Erinnern, Klima schützen und 100 Jahre Naturfreundejugend feiern
Im Mitgliederinterview erzählt die Leipziger NaturFreundin Erika Krebel von ihren historischen Stadt- und Fahrradtouren zu Orten der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen. Für sie ist Erinnerungsarbeit zugleich politisches Engagement gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsruck.

Wie Naturerlebnis und Klimabildung zusammenpassen, zeigen die von der Naturfreunde Internationale entwickelten Climate Hikes. Die Wanderungen verbinden Bewegung mit Gesprächen über Klimawandel, nachhaltigen Lebensstil und globale Gerechtigkeit.

Und schließlich blickt die Ausgabe auf ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre Naturfreundejugend Deutschlands. Ein historischer Beitrag zeichnet ihre Entwicklung von den Anfängen in der Weimarer Republik über Friedensbewegung und internationale Solidarität bis zu heutigen Kämpfen für Klimagerechtigkeit, Antifaschismus und gesellschaftliche Teilhabe nach.

Die neue NATURFREUNDiN zeigt damit auf vielen Ebenen, was „gemeinsam bewegen“ bedeuten kann: sich engagieren, Verantwortung übernehmen, Wissen weitergeben – und zusammen daran arbeiten, Gesellschaft und Verband zu verändern.

Mehr Ausgaben der NATURFREUNDiN findest du auf www.naturfreundin.naturfreunde.de.