Neustart für die Flusslandschaft des Jahres 2020–23: Weiße Elster

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Die Aktivitäten zur Flusslandschaft des Jahres 2020–23: Weiße Elster werden wohl schon bald aufgenommen. Das Organisationsteam rund um den NaturFreund und Projektkoordinator Tilo Wetzel ist zuversichtlich, nun endlich mit den geplanten Aktionen starten zu können. Der ursprünglich bis 2021 ausgerufene Zeitraum der Flusslandschaft des Jahres war bedingt durch die Corona-Pandemie bis 2023 verlängert worden. Im Jahr 2020 mussten fast alle geplanten Veranstaltungen, Naturschutzmaßnahmen und Reisen abgesagt werden – nun will das Organisationsteam sie nachholen.

Über die „Flusslandschaft des Jahres“
Die NaturFreunde Deutschlands rufen gemeinsam mit dem Deutschen Angelfischerverband (DAFV) für jeweils zwei Jahre eine Flusslandschaft des Jahres aus. Der Titel soll auf die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse und der sie umgebenden Landschaft aufmerksam machen. Ausgezeichnet werden Flüsse, die entweder besonders gefährdet sind oder an denen hervorragende Renaturierungsmaßnahmen stattfinden. Um die komplexen ökologischen Zusammenhänge des jeweiligen Fließgewässers mit seiner Umwelt zu erfassen, wird explizit eine Flusslandschaft gewürdigt und nicht allein der Fluss.

Der Neubeginn der Aktivitäten ist für den 27. August geplant – an diesem Tag wird es eine Veranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum in Gera geben, die auch einen Ersatz für die im März 2020 ausgefallene Proklamationsfeier darstellt. Dann gibt es auch endlich die Gelegenheit, das traditionelle Ritual der Wasserübergabe zu feiern: Wasser aus der vorangegangenen Flusslandschaft des Jahres 2018/19: Lippe wird in die aktuelle Flusslandschaft des Jahres 2020–23: Weiße Elster gegossen.

Direkt nach der Auftaktveranstaltung, am 28. und 29. August, kann der Fluss mit seiner Geschichte und den Plänen für seine Zukunft kennengelernt werden. Der Bundesfachbereich Naturschutz, Umwelt und sanfter Tourismus der NaturFreunde führt ein Gewässerseminar mit Exkursionen und Fachvorträgen durch, zu dem sowohl NaturFreund*innen als auch Gäste herzlich eingeladen sind. Besichtigt und erläutert werden unter anderem die Maßnahmen einer Flusslaufverlegung bei Bad Köstritz. Auch das Einlassbauwerk Zwenkauer See mit Fallwehr und der sogenannten „Betonelster“ steht auf dem Programm – so wird ein etwa zehn Kilometer langer Abschnitt des Flusses genannt, der im Jahr 1973 im Zuge des voranschreitenden Braunkohletagebau durch eine Umverlegung des Flussbetts entstanden ist. Mit dieser Verlegung wurden auch alle Verbindungen zu den ursprünglichen Auen gekappt. Die mögliche Renaturierung ist eine Mammutaufgabe, auf deren Notwendigkeit die NaturFreunde aufmerksam machen wollen.

Ansprechpartner
Tilo Wetzel
Koordinator Flusslandschaft Weiße Elster
(0162) 6 86 68 51
wetzel@naturfreunde.de

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