Obstbäume schaffen Perspektiven für senegalesische Dörfer

Neues internationales NaturFreunde-Projekt für mehr Klimagerechtigkeit

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Ein neues Projekt der NaturFreunde Internationale in Kooperation mit den senegalesischen NaturFreunden Association Sénégalaise des Amis de la Nature (ASAN) will mit Obstbaumpflanzungen im Norden Senegals Zukunftsperspektiven für die vom Klimawandel stark betroffene Bevölkerung schaffen. Das Projekt, das sich über den NaturFreunde-Klimafonds finanziert, ist in insgesamt sieben Dörfern angelaufen.

Die Menschen in den zwei benachbarten nordsenegalesischen Projektregionen Louga und Saint Louis leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Wie die Bevölkerung in den meisten landwirtschaftlich geprägten Regionen in den Ländern der Sahelzone sind sie von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen: Einerseits nehmen Dürreperioden zu und führen zu Ernteausfällen, andererseits kommt es in der Regenzeit immer häufigen zu extremen Niederschlägen. Im Herbst 2020 führten diese zu dramatischen Überschwemmungen, da die ausgetrockneten Böden die Wassermengen nicht aufnehmen konnten. Die Corona-Pandemie stellt für die Landbevölkerung eine zusätzliche existentielle Bedrohung dar: Neben der unmittelbaren gesundheitlichen Gefährdung verschärft sich die ohnehin schon prekäre wirtschaftliche Situation vieler Menschen.

Der NaturFreunde-Klimafonds
Über den NaturFreunde-Klimafonds können Reisende freiwillige Ausgleichszahlungen für die klimaschädlichen Emissionen ihrer Flug- oder PKW-Reise leisten. Die Zahlungen fließen zu 100 Prozent in das jeweils aktuelle Klimaschutzprojekt der NaturFreunde Internationale, welche die Folgen des Klimawandels mildern und/oder zum Klimaschutz beitragen. Mehr Informationen

Mamadou Mboji ist Projektkoordinator der senegalesischen NaturFreunde für das neue Klimafonds-Projekt. Er erklärt: „Mit dem Projekt möchten wir der Dorfbevölkerung neue Perspektiven eröffnen.“ Das Projekt zielt darauf ab, Obstgärten in der Nähe der Wohnbereiche der Dorfbevölkerung anzulegen und in die Obhut von Familien zu übergeben. Die gepflanzten Bäume sollen die Böden festigen, das Klima verbessern und den Menschen wertvolles Obst liefern. Die Baumpflanzungen werden von Bildungsaktivitäten begleitet, die das Bewusstsein der Bevölkerung für die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen fördern sollen.

Der erste Besuch des Projektteams sollte der Bevölkerung zunächst die Projektidee näherbringen. Mamadou Mboji: „Wir führten Gespräche mit den Menschen: Wieso wollen wir Obstbäume pflanzen? Was bringt das für die Bevölkerung? Und vor allem: Wie können wir dazu beitragen, dass die kleinen Setzlinge zu Bäumen heranwachsen, die unsere Familien in der Zukunft mit frischen Mangos, Zitronen und anderem Obst versorgen?“

Im Dezember 2020 wurden schließlich in einer gemeinschaftlichen Aktion 2.000 junge Obstbäume gepflanzt, bei der die Bevölkerung großes Interesse zeigte. Der nächste Besuch des Projektteams in der Region ist für März 2021 geplant. Dann soll gemeinsam mit den Menschen vor Ort der Gesundheitszustand der gepflanzten Bäume überprüft werden, um deren gute Entwicklung zu gewährleisten. Das Projektteam wird die Dörfer auch nach den Pflanzungen regelmäßig besuchen, nach den Bäumen sehen und die Menschen bei deren Pflege unterstützen.

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 8.780 Euro – zum erfolgreichen Abschluss und zur notwendigen Nachbetreuung fehlen derzeit noch rund 3.000 Euro. Mamadou Mboji: „Jede Spende für den KlimaFonds ist ein wertvoller Beitrag zum Gelingen des Projekts und zugleich ein wichtiges Zeichen der Solidarität in dieser schwierigen Zeit. Im Namen der Menschen aus der Projektregion möchte ich mich schon jetzt sehr herzlich bei den Spender*innen bedanken!“

Mehr Infos zum Klimafonds und der Möglichkeit zu spenden gibt es auf der Webseite der NaturFreunde Internationale.

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